Was WordPress wirklich kostet
WordPress ist kostenlos. Und gleichzeitig eine der teuersten Entscheidungen, die eine kleine Unternehmenswebseite treffen kann.
Das klingt wie ein Trick. Ist keiner. Es ist ein Rechenfehler, den fast jeder am Anfang macht - weil man die Kosten nicht sieht, wenn man die Entscheidung trifft.
Was die Rechnung wirklich zeigt
Nehmen wir eine typische Unternehmenswebseite: Startseite, Leistungen, Blog, Kontakt. Professionelles Hosting mit ausreichend Ressourcen kostet zwischen 15 und 40 Euro im Monat. Dazu kommen die Plugins, ohne die WordPress für eine ernsthafte Geschäftsseite kaum auskommt: eines für SEO, eines für Sicherheit, eines für Performance, eines für Formulare, eines für Backups. Jedes davon hat eine Jahreslizenz, irgendwo zwischen 50 und 200 Euro.
Wer das zusammenrechnet, landet bei 80 bis 150 Euro im Monat. Über fünf Jahre sind das bis zu 9.000 Euro. Für eine Seite, die im Kern statische Inhalte zeigt.
Das ist nicht per se falsch, wenn die Seite diesen Wert auch liefert. Die Frage ist nur, ob sie das tut.
Die stille Last der Wartung
Was auf keiner Rechnung steht, ist die Zeit. Und das Unbehagen.
WordPress-Updates erscheinen regelmäßig: Core-Updates, Plugin-Updates, Theme-Updates. Wer das verantwortungsbewusst angeht, testet jedes Update in einer Staging-Umgebung, bevor es live geht. Das ist der richtige Weg - es kostet aber Stunden, die man eigentlich für das eigene Geschäft bräuchte.
Wer das überspringt, lebt mit einem anderen Risiko. WordPress ist weltweit das meistangegriffene CMS, weil es das verbreitetste ist. Veraltete Plugins sind der häufigste Angriffsvektor. Ein verpasstes Sicherheitsupdate kann Kundendaten gefährden oder die Seite vollständig in fremde Hände bringen.
Das Schwierigste daran ist die schleichende Abhängigkeit, die dabei entsteht. Irgendwann weiß niemand mehr genau, welche Plugins noch aktiv gebraucht werden und was passiert, wenn man eines entfernt. Die Seite läuft, also fasst man nichts an. Das ist keine Kontrolle. Das ist Duldung.
Warum ich meine eigene Webseite anders aufgebaut habe
Als ich meine Webseite geplant habe, wollte ich genau das von Anfang an vermeiden. Ich kenne das Muster aus der Prozessberatung: Systeme, die über Jahre gewachsen sind, die niemand mehr wirklich versteht, und an denen niemand etwas anfassen will, weil man nicht sicher ist, was dann passiert. Das ist kein IT-Problem. Das ist ein strukturelles Problem.
Ich habe mich für eine statische Architektur entschieden: keine Datenbank, kein CMS-Backend, kein Plugin-Stack. Inhalte liegen als einfache Textdateien direkt im Projektordner. Beim Veröffentlichen wird die Seite einmal vorgebaut und als fertige HTML-Dateien ausgeliefert. Pro Besuch kein Server-Prozess, keine Plugin-Schleife, keine Datenabfrage.
Das Ergebnis: Ladezeiten unter einer Sekunde, Lighthouse-Scores zwischen 95 und 100. Und keine Sicherheitslücken, die gepatcht werden müssen, weil es keine angreifbaren Strukturen gibt. Es gibt nichts zu patchen, weil es nichts zu hacken gibt.
Ich betreibe diese Seite, ohne einmal einen Wartungsdurchlauf gemacht zu haben. Das fühlt sich ungewohnt ruhig an.
Was sich konkret ändert
Die laufenden Kosten sinken auf drei bis zehn Euro im Monat. Inhaltliche Änderungen sind jederzeit möglich, direkt in den Dateien oder mit KI-Unterstützung in wenigen Minuten. Der gesamte Code liegt in einem versionierten Repository, jeder frühere Stand ist wiederherstellbar.
Was mir dabei besonders wichtig ist: Die Seite gehört danach wirklich dem Inhaber. Nicht dem Plugin-Anbieter, nicht dem Hosting-Paket, nicht dem Dienstleister, der als einziger noch weiß, wie die Seite aufgebaut ist. Das klingt selbstverständlich, ist es bei gewachsenen WordPress-Seiten aber selten.
Für wen das passt
Ich sage nicht, dass WordPress grundsätzlich falsch ist. Für Seiten mit komplexem E-Commerce, Mitgliederbereichen oder anderen dynamischen Anforderungen gibt es gute Gründe, es einzusetzen.
Aber für eine Unternehmenswebseite, die hauptsächlich statische Inhalte zeigt, lohnt sich die Frage: Steht die Architektur im Verhältnis zu dem, was die Seite tatsächlich leisten muss? Meistens ergibt sich die Antwort, wenn man einmal die Gesamtkosten der letzten drei Jahre zusammenrechnet.
Wer das für die eigene Seite prüfen möchte, findet alle Informationen zu meinem Angebot auf der Leistungsseite zur KI-Webseiten Migration.
Weiterführende Informationen
Über den Autor
Jochen Stier bringt über 20 Jahre Erfahrung aus IT Service Management und Prozessoptimierung mit. Er weiß, wie schnell Systeme wachsen und wie schwer es wird, sie wieder in den Griff zu bekommen. Bei der Webseiten-Migration folgt er demselben Prinzip: weniger Abhängigkeiten, mehr Kontrolle. Nach der Migration können Inhaber ihre Seite eigenständig pflegen - ohne Agentur, ohne Plugin-Chaos.
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